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Die Berliner Zeitung berichtet über Mrs.Sporty Berlin-Mitte

Drei Runden sind Pflicht. Und 15 Wiederholungen an jedem Gerät.

Mindestens, an Arm- und Beinpresse, an den Geräten für die Brust-, Rücken und Bauchmuskulatur. „Danach fühle ich mich topfit“, sagt Ingeborg Recke. „Mein Körper ist in den letzten zwei Jahren schon deutlich muskulöser geworden.“ Ingeborg Recke trägt an diesem Tag schwarze Leggins und ein weißes Shirt mit dem Aufdruck einer Modefirma. Ihre Haare sind sorgfältig frisiert, die Augen geschminkt. Sie ist 88 Jahre alt und damit die Älteste im Fitnessclub Mrs. Sporty in der Alten Jakobstraße in Mitte.

Jeden Dienstag und jeden Freitagmorgen trifft sie sich dort mit Elvira Hönicke, 86 Jahre alt, zum Zirkeltraining, zehn Geräte in 30 Minuten. Beide Frauen sagen, das Allerwichtigste für sie sei,„beweglich“ zu bleiben, und„unabhängig“, umso lange wie möglich alleine klar zu kommen und nicht in ein Pflegeheim gehen zu müssen.

Gesunder Lebensstil Etwa 40 Prozent der Mitglieder des Sportclubs in der Alten Jakob- Straße sind älter als 60 Jahre, sagt Studio-Inhaber Olaf Behling. Sein Eindruck: Ältere Menschen sind in den Sportstudios auf dem Vormarsch. Was angesichts des demografischen Wandels nicht verwundert, die Gesellschaft wird älter. Aber offenbar werden die Alten zugleich auch aktiver. Neben Wandern und Schwimmen wird regelmäßiges Kraft- und Muskeltraining zunehmend beliebter bei den Senioren. Ein Trend, den der DSSV, der Arbeitgeberverband für die Fitness- Wirtschaft, bestätigt. Bundesweit seien im vergangenen Jahr 13 Prozent aller Mitglieder in deutschen Die fitten Alten Nur wandern und schwimmen war gestern: Senioren zieht es zunehmend in die Fitnessstudios. Denn Muskeltraining wirkt wie ein Jungbrunnen Fitnessstudios 60 Jahreund älter gewesen, im Jahr zuvor waren es noch 12 Prozent.

Bewegung schütze vor dem Rollstuhl, viele wollten durch Sport Siechtum und Pflegeheim verhindern. Selbst im Alter könne man noch Muskeln aufbauen, sagt sie, „das ist ja das Wunderbare“. Ältere Menschen trainierten genauso intensiv, allerdings bräuchten sie danach auch eine längereErholungsphase.

Ihr Arzt habe sie gerade erst gelobt, dass sie so fit sei, erzählt die 88- jährige Ingeborg Recke. Die ehemalige Angestellte ist in Dresden geborenund aufgewachsen und kam mit ihrem Mann in den 50er Jahren nach Berlin. Sie wohnt in einem Hochhaus auf der Fischerinsel, zwei Zimmer, seit 60 Jahren schon. Ihr Mann ist vor zwei Jahren gestorben. Ingeborg Recke sagt, dass man auf keinen Fall Angst vor dem Alter haben sollte.

„Alter ist Kopfsache. Man darf sich nicht hängen lassen, man darf erst recht nicht ans Sterben denken, man sollte sich öfter „etwas Gutes tun“. Sie erzählt, sie gehe täglich mindestens eine Stunde „flott laufen“, regelmäßig zurMassage, zur Kosmetik,zumFriseur. Sie achte auf ihr Gewicht und esse zu Mittag oft in einem Café oder Restaurant, weil sie nicht gerne koche. Sie sagt auch, dass sie sich mit anderen grundsätzlich nie über Krankheiten oderMedikamente unterhalte. Sie selbst brauche so gut wie keine Pillen. Ingeborg Recke hat schon früher Gymnastik-Kurse besucht, Elvira Hönicke fing erst im Alter mit dem Sport an.

Die ehemalige Kindergärtnerin wurde in Wedding geboren und lebt heute allein im dritten Stock einer Altbauwohnung am Märkischen Ufer, seit 64 Jahren schon. Ein Zimmer, kein Fahrstuhl. IhrMann starb vor 30 Jahren, Kinder hat sie nicht. Auch ihr tut der Sport gut. Vor 14 Jahren, erzählt sie, habe sie eine neue Herzklappe bekommen, so eine biologische.Gerade erst war sie „zur „großen Durchsicht, alles in Ordnung“, sagt sie. Medikamente nehme sie kaum. Die 86-Jährige kocht jeden Tag für sich, sie näht Gardinen, kürzt Röcke oder Kleider für die Nachbarn, das hat sie von ihrer Mutter, einer Schneidermeisterin, gelernt.

Sie sagt, sie mache auch „jede Menge“ Rätsel, um geistig beweglich zu bleiben und gehe Menschen mit schlechter Laune aus dem Weg. Im Sportclub hat sie sich vor zwei Jahren angemeldet. „Damit ich weiterhin die Treppen zu meiner Wohnung hochkomme.“ ElviraHönicke sagt, sie wolle niemals in ein Pflegeheim, sie wolle am liebsten in ihrer Wohnung „meinen letzten Atemzug tun“. Immer, wenn sie sich mit Freunden und Bekannten treffen will, muss sie aus dem Haus gehen. Zu ihr, sagt sie, komme niemand mehr. „Die meisten schaffen die Treppen bis in den dritten Stock nicht.“

Fitness im Alter bei Mrs.Sporty
09. Juli 2014
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