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Ein Deutscher isst im Jahr – laut Hersteller-Statistik: 

     

  • gut zehn Kilogramm Schokolade und Schokoladenerzeugnisse aus weiterverarbeiteten Produkten, wie beispielsweise Osterhasen
  • rund zwei Kilogramm Kakaopulver, das vor allem in der industriellen Fertigung eingesetzt wird
  • fünfeinhalb Kilogramm Bonbons und Zuckerwaren, wie unter anderem kandierte Früchte, Fruchtgummis und Marzipan
  • sieben Kilogramm sogenannte feine Backwaren wie Kekse, Lebkuchen und Knäckebrot
  • dreieinhalb Kilo gesüßte Knabberartikel wie zum Beispiel Chips oder Cracker
  • sowie die gleiche Menge an Speiseeis und Sorbets
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Unscheinbar und nicht mal süß 
Ein Großteil des Zuckers steckt aber gar nicht in den Süßigkeiten, die wir essen. Zwei Drittel des durchschnittlichen Jahresverbrauchs werden industriell in Getränken, Backwaren, Brotaufstrichen und Milchprodukten verarbeitet. Vor allem Fertiggerichte und Limonade enthalten große Zuckermengen.

Unerwartet hohe Zuckermengen fand die Verbraucherzentrale bei einem Marktcheck aber auch in beispielsweise fettreduziertem Fleischsalat (6,5g pro 100g), einem für Kinder ausgelobten Knusperbrot (36g/100g), einem Wellnessaufstrich mit Erdbeergeschmack (38,3g/100g), Erdbeerjoghurt (17g/100g) und Kakaopulver (38,100g). Und auch in Schinken, Rotkohl, Fertig-Salatdressing, Knusper-Müsli, Fertigpizza und Leberwurst ist Zucker enthalten. Eine Liste, die man ewig weiterführen könnte. 
Der Grund: Zucker ist ein Geschmacksträger und ein relativ günstiger Rohstoff. Und er hat spezifische Eigenschaften, die sich positiv auf die Konsistenz und Haltbarkeit von Nahrungsmitteln auswirken.

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Die Dosis macht das Gift.

Die Dosis macht das Gift 
Im Schnitt nehmen wir also täglich rein rechnerisch knapp 24 Teelöffel Zucker direkt oder indirekt zu uns. Die Weltgesundheitsorganisation WHO vertritt nach einer Analyse aller wissenschaftlichen Studien zur Verbindung zwischen Zuckerkonsum und Übergewicht eine ganz klare Position: Zucker sollte nur fünf Prozent des täglichen Energiebedarfs eines Erwachsenen ausmachen. Also nur knapp sechs Teelöffel.

Die WHO bezieht sich in ihrer Leitlinie auf den sogenannten „zugesetzten“ Zucker. Also Zucker der Speisen und Getränken vom Hersteller, Koch oder Konsumenten zugeführt wird. Aber auch Zucker, der natürlicherweise in Honig, Sirup, Fruchtsaft und Fruchtkonzentrat enthalten ist. Ausgenommen ist der natürlicherweise in frischem Obst, Gemüse und Milch enthaltene Zucker. Es gebe keine Hinweise, dass dieser sich negativ auf die Gesundheit auswirkt.

Ein Blick auf die Nährwerttabelle auf der Rückseite der Verpackung offenbart, wie radikal dieses Ziel ist. Denn sechs Teelöffel enthalten – und das ist das Ergebnis unserer subjektiven Stichprobe – bereits folgende Produkte:

     

  • ein Nutellabrot mit 43 Gramm Schokoaufstrich (ohne den Zuckergehalt im Brot)
  • ein 200ml-Fläschchen eines Bio-Mango-Smoothies
  • nur 39 Gramm eines populären Schokoriegels
  • zwei Gläser eines mit „Aktiv“ deklarierten Wassers mit Pfirsichgeschmack
  • ein Glas Fertigtomatensauce „Basilikum“
  • 250ml Erdbeermilch, das ist eine Portion „Schulmilch“, wie sie an vielen Schulen verkauft wird
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Haben wir eine Chance, unseren Zuckerkonsum auf dieses Maß zu reduzieren?

24. Januar 2018
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