Quitten – entdecke die vielseitige Powerfrucht!

Teil 3 unserer Serie "Vitaminbomben"

Bei den alten Griechen war die Quitte ein Sinnbild für Liebe und Fruchtbarkeit, heute ist sie nahezu vergessen – und das obwohl sie einiges zu bieten hat. Reif verströmen die gelben Früchte einen angenehmen, aromatischen Geruch. Du kannst sie als Marmelade, Saft oder Fleischbeilage verwenden und gleichzeitig dein Immunsystem stärken, denn: Die vielseitige Powerfrucht unterstützt die Verdauung, lindert Erkältungen und bekämpft Entzündungen!

Quitten gehören wie Äpfel und Birnen zu den Kernobstsorten und zur Familie der Rosengewächse, wie übrigens auch Himbeeren, Kirschen oder Mandeln. Geerntet werden Quitten von September bis November. Kühl gelagert halten sie sich einige Wochen lang.

Weltweit gibt es 200 Quittensorten, bei uns sind Apfel- und Birnenquitten heimisch. Sie unterscheiden sich im Geschmack und in der Konsistenz des Fruchtfleischs: Birnenquitten sind weich und schmecken mild, Apfelquitten haben ein festes, trockenes Fruchtfleisch, sind aber wesentlich aromatischer. Dennoch: Beide Sorten können nicht roh, sondern nur gekocht verzehrt werden, sonst sind sie zu hart und bitter.

 

Die wichtigsten Nährstoffe im Überblick

Quitten sind kalorienarm und zeichnen sich durch einen hohen Gehalt an Ballaststoffen, Vitamin C und Kalium aus. Außerdem enthalten sie viel Pektin, das Giftstoffe im Körper bindet und ausscheidet.

  • Vitamin C stärkt die Abwehr und schützt vor freien Radikalen.

 

 

  • Kalium regelt den Flüssigkeitshaushalt des Körpers und entwässert auf natürliche Weise.
  • Ballaststoffe beeinflussen die Verdauung positiv, sind gut für Herz und Kreislauf.
  • Außerdem: Natrium, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan und Fluor, Gerbstoffe, Gerbsäure, organische Säuren und Schleimstoffe.
Frucht mit großer Heilkraft

Quitten enthalten Stoffe, die Halsentzündungen und Darmstörungen positiv beeinflussen können – das wussten schon unsere Großmütter. Eine Tinktur aus Quittensaft soll blutbildend wirken. Zu Heilzwecken werden vor allem die Kerne verwendet, da sie Schleimstoffe enthalten: Ein Tee aus Quittensamen hilft bei Schlaflosigkeit, Unruhe und Verdauungsbeschwerden. Äußerlich angewandt hilft der Brei, der sich in der Quitte um die Samen herum befindet, bei Hautrissen, Verbrennungen und Hämorrhoiden.

Gut zu wissen: Die Samen der Quitten enthalten Blausäure und dürfen daher nicht zerstoßen werden. Schon kleine Mengen sind giftig.

So wird die Quitte zum Genuss

Quitten werden meist zu Mus, Saft oder Gelee verarbeitet. Befreie die Haut der Quitte vor der Verarbeitung von ihrem Flaum, denn dieser enthält Bitterstoffe. Das geht am besten mit einem groben Tuch. Anschließend kannst du die Quitten schälen, entkernen, klein schneiden und kochen oder dünsten. Damit die geschälten Quitten bei der Verarbeitung nicht braun werden, beträufelst du sie einfach mit etwas Zitronensaft.

Für Gelees und Konfitüren kannst du die Quitten auch samt Schale und Kerngehäuse kochen, denn beide sind besonders reich an Pektin. Aufgrund des hohen Pektingehalts musst du auch nicht unbedingt Gelierzucker zum Einmachen nehmen. In diesem Fall solltest du die Quitten aber länger kochen, damit sich das Pektin vollständig aus den Früchten löst.

Gekochte Quitten in große Stücke geschnitten oder als Chutney verarbeitet sind auch eine aromatische Fleischbeilage. Probier‘ doch einmal dieses hier:

Hähnchenpfanne mit Möhren und Quitten

Dazu brauchst du:

  • 600 g Hähnchenbrustfilets
  • 2 Quitten
  • 2 mittelgroße Zwiebeln
  • 5 Möhren
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 TL frisch geriebener Ingwer
  • 100 ml Brühe
  • 50 ml Orangensaft
  • 1 Bio-Zitrone
  • 2 EL Pflanzenöl
  • 1 TL Honig
  • gehackte Petersilie
  • Salz und Pfeffer

Würfele die gewaschenen Hähnchenbrustfilets und brate sie mit 1 EL Öl kurz scharf an. Nimm das Fleisch aus der Pfanne. Wasche die Zitrone unter heißem Wasser ab und reibe die Schale ab. Presse die Zitrone dann aus und stell den Saft beiseite. Schneide Zwiebel, Knoblauchzehen, Möhren und Quitten klein und brate alles mit dem restlichen Öl an. Lösche das Gemüse mit der Brühe ab und lass es ein wenig einkochen. Gib Orangen- und Zitronensaft sowie die fein geraspelte Zitronenschale, den Honig und das Geflügelfleisch mit in die Pfanne. Lass alles einige Minuten schmoren, schmecke es ab und hebe die Petersilie unter. Eine orientalische Note bekommt das Gericht, wenn du es mit Koriander, Kümmel und Paprikapulver würzt.

Unser Extra-Tipp: Quitten schmecken nicht nur gut, sie sehen auch sehr dekorativ aus und verströmen einen angenehmen Duft – viel besser als jeder künstliche Raumduft. Probiere es doch mal aus!

In Teil 4 unserer Serie "Vitaminbomben" stellen wir dir die Birne genauer vor - voller Vitamine und vor allem Ballaststoffen ist sie ein starker Partner für eure Verdauung. Wusstest du, dass es 5.000 verschiedene Birnensorten weltweit gibt? Schau also bald wieder im Blog vorbei!

29. Oktober 2015
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